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Künftig besser Deutsch dank PISA?

PISA-STUDIE / Die Schweiz am Schwanz: Ganz so schlimm hat die Eidgenossenschaft im OECD-Vergleich über Kenntnisse und Wissen bei 15jährigen (Pisa-Studie) nicht abgeschnitten. Aber der Lack ist ab. Das Resultat (17. Rang im Lesen) beunruhigt. Die Rezepte sind zahlreich, die Macher ratlos.

Eindrücke aus einer Veranstaltung in Bern; Mehr Macht den Lehrern! Mehr Mitwirkung der Eltern! Kein Zwang! Besinnung auf die alten Jugendbücher! Mehr Harmonisierung! Weniger Gleichmacherei! Integration! Es mangelt nicht an Vorschlagen, welche richtigen Lehren aus der Pisa-Studie zu ziehen wären.

Die Pisa-Studie ist ein Ländervergleich unter den 32 Mitgliedsstaaten der OECD, des Klubs der arrivierten Industrieländer. Sie misst Fähigkeiten und Kenntnisse der 15jährigen, und die Schweiz hat eher bescheiden abgeschnitten: 7. in Mathematik, 17, im Lesen, 18. in Naturwissenschaften. Schuld, so wird noch und noch unterstrichen, sei der hohe Anteil an Ausländerkindern. Aber andere Lander mit hohen Ausländeranteilen wie Kanada oder Australien haben viel besser abgeschnitten. Warum? Einige Antworten fielen etwas wurstig aus. "Es ist einfacher, Englisch zu lernen als Deutsch>,, gab Urs Moser, vom «Zentrum für Bildungsevaluation» in Zürich zum Besten. Harmonisieren? Vielleicht. Gerhard Schuwey, der Direktor des Bundesamts für Bildung und Wissenschaft, erklärte, dass in Mathematik, wo die Schweiz gut abgeschnitten hat, die Harmonisierung der Lehrpläne zwischen den Kantonen weiter fortgeschritten sei als beim Sprachunterricht. Alle anwesenden Bildungsexperten bekannten erstaunlicherweise, von den Pisa-Ergebnissen keineswegs überrascht worden zu sein. Man habe das meiste längst gewusst, hiess es. Vor zehn Jahren, sagte Urs Moser, seien entsprechende Warnungen mit dem Argument abgewatscht worden, in Amerika sei alles schlimmer.

Zwei Erkenntnisse (sind) weitgehend unbestritten. Die erste: Die Schweiz braucht Tagesschulen, damit diejenigen Kinder, die heute auf der Strasse herumlungern, eine Chance zum Lernen erhalten. Alle Länder, die in der Pisa-Studie gut abgeschnitten haben, weisen Tagesschul-Systeme auf. Die zweite Erkenntnis: Hochdeutsch ist wichtig. Moser fordert ein schärferes Auge auf das Deutsche auch ausserhalb des Deutschunterrichts . Wie gross das Problem ist, verriet der Berner Bildungs-Bürokrat Beat Mayer, als er die Einhaltung des im Lehrplan vorgesehenen Unterrichts in der "Standardsprache" zum Ziel erklärte.

J.Aeschlimann im Bund vom 4. Sept. 2002 (gekürzt)

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