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Kurzbiographie von Robert Walser

Walser, Robert, * 15.4.1878 Biel (Kanton Bern), t 25.12.1956 Herisau (Kanton Appenzell).

Walsers Grossvater war Pfarrer und politischer Publizist (unter anderem Herausgeber einer «radikal freisinnigen» Zeitschrift) der Vater Buchbinder und Kaufmann in Biel, seine Geschwister waren Künstler, Gelehrte, Lehrer. W. führte nach kurzer Schul-zeit ein unstetes Wanderleben; er erlernte (1892–95) das Bankfach in Biel, in Stuttgart versuchte er vergeblich Schauspieler zu werden. 1898 erschien seine erste Gedichtsammlung; Bekanntschaft mit Franz Blei, der W. mit dem Literatenkreis um die Zeitschrift «Die Insel» bekannt machte. 1901 besuchte W. Max Dauthendey in Würzburg. 1903 arbeitete er bei einem Ingenieur als Sekretär; 1904 als Bankangestellter in Zürich. Von 1905–13 lebte W. bei seinem Bruder Karl, einem bekannten Maler, Graphiker und Bühnenbildner, in Berlin; für einige Monate (1905) war er Diener auf Schloss Dambrau in Oberschlesien, nachdem er in Berlin eine Dienerschule besucht hatte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin riet ihm der Verleger Bruno Cassirer, einen Roman zu schreiben; so entstanden in rascher Folge Geschwister Tanner, Der Gehülfe, Jakob von Gunten und eine weitere Sammlung Gedichte. – Aus wirtschaftlichen Gründen (1913) Rückkehr in die Schweiz nach Bellelay zu seiner Schwester Lisa, dann nach Biel. Es entstanden weitere Prosastücke. 1921 Übersiedelung nach Bern, wo er einige Monate Bibliothekar des Berner Staatsarchivs war. 1925 erschien sein letztes Buch Die Rose. Im Januar 1929, wegen einer Psychose Eintritt in die Heilanstalt Waldau, 1933 Überführung in die Heilanstalt nach Herisau, ab diesem Zeitpunkt keine schriftstellerische Arbeit mehr. 1936 Freundschaft mit Carl Seelig, der 1944 die Vormundschaft von W. übernahm und das Werk Walsers als Herausgeber betreute. Walser starb allein auf einem Spaziergang zum Rosenberg.

Quelle: Autorenlexikon deutschsprachiger Literatur des 20. Jahrhunderts. Rowohlt 1984 (S. 615)

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