Französich ja, aber...
Wird die zweite Landessprache in den Schulen durch Frühenglisch
verdrängt? Das ist ein Dauerthema, nicht nur für die Politik
Nachfrage nach Französisch-Sprachkursen eher klein
Wie sieht
die Nachfrage für Gruppenkurse in Französisch in St. Galler
Sprachschulen aus?
Von Marlies Beczök
Die Zeitungen sind voll mit Kursangeboten: Sport, Computerlehrgänge,
Mal- und Sprachkurse. Eine Landessprache muss es sein: Italienisch wohl eher nicht. Romanisch wäre denkbar, da fehlen aber die Grundkenntnisse und von Null beginnen? Die Sprache der Liebe macht das Rennen: Französisch. Die Suche geht los bei den Sprachschulen.
Kein leichtes Unterfangen
Ein Blick ins Telefonbuch zeigt, dass sich viele Sprachschulen auf das
Englisch spezialisiert haben.
Einen Gruppenkurs in Französisch suchen Sie?
Keine Chance, die Nachfrage ist zu klein.
Was sind die Gründe für das Desinteresse an dieser Sprache?
Ein Grund ist sicher das Lehrmittel On y va, ein Lehrbuch zum Verleiden. Damit verbinden auch viele schlechte Erinnerungen an die Schule.Ein weiterer Grund sei, dass Französisch ein Muss in der
Schule war.
Welche Auswirkungen kann die eher geringe Nachfrage haben?
Falls Englisch das Französisch in den Schulen je ersetzen
sollte, erlebt die französische Sprache vielleicht einen enormen
Auftrieb.
Kanada oder Frankreich
Interessant ist die Entwicklung bei den weltweit tätigen Sprachschulen.
«Französisch steht hoch im Kurs. Wir bieten Schulen in der Westschweiz und in Frankreich an.Die Kunden sind Kantons- und Sekundarschüler.
Viele Geschäftsleute gehen nach Frankreich. Sie möchten schnell in zwei bis drei Wochen ihre Fremdsprachenkenntnisse aufbessern.
Wir haben in unseren Kursen vor allem Jugendliche, die einen besseren Bezug zur französischen Sprache wollen oder Erwachsene, die in Südfrankreich oder Kanada längere Zeit einen Sprachkurs besuchen.
St. Galler Tagblatt vom 3.Februar 2003 (Bearbeitung SKD)
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