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Trennen Sie sich nicht von der Verantwortung, sondern von einem Fehler!

NÜRNBERG (VRS), 03.02.2004. In den letzten Tagen ist ein neuer - wieder einmal „vertraulicher“ - Bericht der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung in die öffentliche Diskussion geraten. Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e. V. (VRS) - www.vrs-ev.de - stellt dazu folgendes fest:


Flickschusterei und Verschlimmbesserung ohne Ende
Die Vorschläge der Kommission, bestimmte bisherige Zusammenschreibungen als Varianten wiederzuzulassen, mögen auf den ersten Blick für manchen begrüßenswert liberal erscheinen, ändern aber nichts an den grundsätzlichen Problemen. Zum einen ist an den einzelnen Vorschlägen keine hilfreiche Systematik zu erkennen, die Verwirrung nähme damit also noch weiter zu. Zum anderen war die Getrennt-/Zusammenschreibung vor der Reform ein Bedeutungsträger. Daraus, ob Wörter getrennt oder zusammen geschrieben sind, ergaben sich jeweils unterschiedliche Aussagen. Diese Differenzierung ist in den Plänen der Reformer nicht mehr vorgesehen. Sprache hat aber gerade den Zweck, Sinninhalte möglichst unmißverständlich auszudrücken. Die „Reform“ führt nach wie vor zu einem eindeutigen Funktionsverlust der Schriftsprache. [...]

Ernüchternde Bilanz
Wurde den Kritikern der damals recht hektisch an den Schulen eingeführten Reform noch oft entgegengehalten, man solle erst einmal abwarten, wie sie sich in der Praxis bewähren würde, so läßt sich heute, kurz vor Ablauf des Erprobungszeitraums, eine Bilanz ziehen, die ernüchternder kaum sein kann. [...].

Jetzt Konsequenzen ziehen
Die gesellschaftlichen Verantwortungsträger in Politik und Medien sollten den Mut haben, endlich einen Schlußstrich unter den schiefgelaufenen Reformversuch zu ziehen.[...] In der Schule kann für die nächsten Jahre weiterhin die reformierte Rechtschreibung geduldet, aber gekennzeichnet werden, wie derzeit in umgekehrter Weise mit der herkömmlichen Rechtschreibung üblich. So entstünden keine Kosten für erneut angepaßte orthographische Nachschlage- und Lehrwerke, sondern man könnte dann wieder die allgemein üblichen verwenden, die von der großen Mehrheit nach wie vor benutzt werden.

Der VRS appelliert an die Kultus- und Wissenschaftsminister der Länder: „Trennen Sie sich nicht von der Verantwortung, sondern trennen Sie sich von einem Fehler! Das deutsche Schulwesen braucht Qualität, kulturelle Akzeptanz und demokratische Legitimation, aber keinen ungewollten Endlosmurks.“

Elke Philburn, Pressesprecherin des VRS
Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e.V.
www.vrs-ev.de
pressesprecher@vrs-ev.de

(SKD) Als Beitrag zur Rechtschreibdiskussion vom VRS übernommener Aufruf an die Kultusministerkonferenz - gekürzt SKD
(SKD) Den vollständigen Aufruf finden Sie unter HYPERLINK http://www.vrs-ev.de/pm030204.php

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