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Klassische Musik nur noch aus USA?

Dr. G. F., Österreich, meint:
... und Bayern 4 "Klassik" bringt seit neuestem immer mehr amerikanische Musik, die mit europäischer Klassik überhaupt nichts zu tun hat.
K. D., Deutschland, antwortet:
Diesen Effekt können wir seit etwa sechs Jahren bereits bei Klassik-Radio beobachten.


Mit viel Mozart und anderer, etwas leichtbekömmlicher, aber dennoch interessanter europäischer klassischer Musik spielte sich Klassik-Radio in die Herzen jüngerer und älterer Klassik-Liebhaber hinein. Damals bracht BR4 noch viel schwere Klassik, eher für wirkliche Kenner geeignet. Diese Minderheit verachtete Klassik-Radio von Anfang an, vor allem wegen seines Getues, dem suggestiven "Föörst Klaaasss Mjusick". Aber die "Einschaltquoten" sprachen für Klassik-Radio.
Im Laufe der Jahre mischte sich immer mehr leichtbekömmliche, klassisch anmutende "Musik" aus dem angelsächsischen Raum in das KR-Repertoire, zusammen mit immer mehr entsprechenden Wortattributen: Klessick Katz, Klessick Hitt Pereijd, Muusört, Londen Muusört Plejers usw. Ich nenne diese Musik, früheren Traditionen folgend, "Estradenmusik" (von zweitklassigen Komponisten, mit mittelmäßigen Interpreten, den Anspruch seriöser Musik verbreitend).
Das ging mit industrieller US-Film-Musik los (ich erinnere mich, wie einmal Klint Iiestwutt, der große Kommpouser, mit einem absolut leeren, hohlen Synthetik-Musikstück die "Klessick Hittperejd" gegen Muusert gewonnnen hatte (Först Pleiß gegen Muusert) – das war natürlich offensichtlich alles manipuliert, denn an diesem Klessick Hitt gab es überhaupt nichts Preisverdächtiges. Hollywood hat es ja geschafft, durch eine industrielle Kombination von Stilmitteln eine Film-Musik zu schaffen, die für den Normalverbraucher interessant, dramatisch und stimmungsvoll klingt, aber völlig synthetisch hergestellt ist. Es gelingt auch mir manchmal nicht mehr, der technisch, synthetisch, am Rechner produzierten Stimmung zu entgehen. D.h. US-Psychologen, Soziologen, Statistiker, Informatiker und andere Ameisen einer politisch gesteuerten Kulturindustrie haben uns schon bedenklich unterwandert.
Mittlerweile hat Klassik-Radio einen Stand erreicht, wo der Hörer glaubt, daß klassische Musik eine angelsächsische bzw. eine Erfindung der USA ist. Es geht darum, uns Europäern klarzumachen, daß alle Kultur, alle Wissenschaft, alle Technik, alle Erkenntnis, alle Zukunft aus dem angelsächsischen Raume stammt.
Man versucht nicht nur, organisiert unsere Sprache auszurotten, sondern auch unser Kulturverständnis vollständig durch ein angelsächsisch-US-amerikanisches zu substituieren. Harry Potter, mit seinem durchweg angelsächsischen Kulturansatz, ist so ein Beispiel.
Nun ist offensichtlich auch BR4 in die "richtigen Hände" geraten. Auszüge aus einer e-Diskussion VDS, gekürzte Fassung SKD und die Frage: Kennen Sie Swiss Classic?

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