SKD Volltextsuche
> suchen

SKD Infodienst
Unser Infodienst hält Sie bequem auf dem laufenden: eigene ePost Adresse eintragen und zurücklehnen.
> anmelden   x abmelden

Minderheitensprachen in EUropa

Lesen Sie wenig Bekanntes über den (Nicht)Schutz von Sprachenminderheiten

In der EU sind die Sprachen der Minderheiten gefährdet. Die Angehörigen alteingesessener Sprachminderheiten sind Opfer auch von sprachlicher Geringschätzung. Als Bürger ihrer Staaten und der EU werden ihnen die Mittel für ihre Bildungsinstitutionen vorenthalten. Die Folge davon ist fortschreitende kulturelle Verarmung: Wie die 1996 veröffentlichte Studie "euromosaic" belegt, sind die Hälfte von 46 europäischen Minderheitensprachen nur noch "bedingt" oder gar nicht mehr lebensfähig.
Besonders betroffen sind die Sprachminderheiten in Frankreich, Italien, Griechenland, aber auch in Deutschland und Österreich. Die beiden deutschsprachigen Länder geben sich zwar immer wieder als Vorreiter von Minderheitenrechten, ihren eigenen Sprachminderheiten werden weitergehende Rechte aber vorenthalten. Die Sprachminder-heiten in Österreich und in Deutschland sind in ihrem sprachlichen Bestand gefährdet. Dies gilt auch für den Großteil der Minderheiten in Italien. Als Ausnahme gelten die deutschsprachigen Südtiroler, die mit ihrer erkämpften Autonomie die Zukunft absichern konnten. Gleichzeitig setzte die Landesverwaltung die Einführung der ladinischen Schriftsprache aus.
In Griechenland ging ein Gericht gegen den aromunischen Nationalitätenrechtler S.B.vor, weil er eine Publikation des EU-Minderheitenbüros (Eblul) über die Sprachminderheiten Griechenlands verteilt hatte. Er wurde wegen "Verbreitung von Falschinformationen" zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt
Trotz dem Jahr der Sprachen und trotz dem Tag der Muttersprachen werden Sprachminderheiten ausgegrenzt. So vermied die EU in ihrer Grundrechtscharta nachzuvollziehen, was der Europarat sowohl in der Rahmen-konvention zum Schutz nationaler Minderheiten und der Charta der Regional- und Minderheitensprachen festgeschrieben hat. In dieser Deklara-ti--on ohne Rechtsverbindlichkeit klammerte die EU vor allem wegen der Haltung Frankreichs und Spaniens die Minderheiten-problematik aus, obwohl davon bis zu 40 Millionen EU- Bürger (laut Eblul-Schätzungen) betroffen sind. Umso dringender scheint es der GfbV, einen Artikel in die EU-Verfassung einzuführen, der ein minimales Recht für die Angehörigen von sprachlichen, ethnischen und religiösen Minderheiten garantiert.
Gesellschaft für bedrohte Völker 2/ 2004 (gekürzt SKD)

zurück zur Übersicht
 
31. Dezember 2004

Zum neuen Jahr

24. Dezember 2004

Der Weihnachtsengel

16. Dezember 2004


Myni Gschichte

4. Oktober 2004


Warnung vor Spaltung

29. September 2004

Seine Sprache pflegen...

26. September 2004

Zuerst Französisch

19. September 2004

Was bringt der neue Duden?

7. September 2004

Sprachen in Europa

30. Juni 2004

Schwer zu verdauen

15. Juni 2004

Gerade rechtzeitig

14. Juni 2004

Nationalhymnen

29. April 2004

Taste statt Füller

13. März 2004

Tödlicher Todesstoss

13. Februar 2004

Ernst Konrad Rieder

10. Februar 2004

Rechtschreibung


 
 
 
| © Sprachkreis Deutsch 1999 - 2010 | Impressum | Anmelden