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Wer kennt sich aus in IT-Kürzeln?

Wie lange hat es gebraucht, bis wir - Redakteure, IT-Unternehmer oder "einfache" Firmenchefs - uns an die vielen rätselhaften Anglizismen gewöhnten, welche die IT-Branche bevölkern: Enterprise Ressource Planning, Customer Relationship Management, Procurement Cycles, Data Mining und so weiter...


Doch dafür gibt es zum Glück Abkürzungen, die alles viel einfacher machen! Ein ideales Unternehmen funktioniert klarerweise so: Mit dem richtigen ERP, einem modernen CRM und einem flexiblen ASP ist nichts leichter, als möglichst große Erfolge bei der BSC und des gesamten Outputs der BI zu erreichen, vorausgesetzt, man richtet das BPM optimal auf das SCM aus, nötigenfalls unter Zuhilfenahme des CAS. Die Überwachung des ganzen erfolgt selbstverständlich per CPM. Um diese Prozesse analytisch zu veranschaulichen, ist es von Nutzen, die Abfragen über SQL vorzunehmen und Geschwindigkeit und Aktualität nach Wahl mit MOLAP, HOLAP, DOLAP oder ROLAP zu steuern. Gesammelt wird alles auf anschauliche Weise im MIS. So wird es dem CEO erleichtert, die Strategie seines MBO klarer zu definieren.
Kommt es softwareseitig zu Verständigungsproblemen, ist umgehend J2EE einzuführen und das hohe Zugriffslevel mittels EIS zu gewährleisten. Letztendlich kann man die Fehlerwahrscheinlichkeit auch mittels DPMO berechnen lassen, aber dann würde der DSS-Prozess beeinträchtigt. Vergessen sollte man nicht, die Resultate per CGI allen verfügbar zu machen. Funktioniert das nicht, hilft möglicherweise das gute alte DHTML. Wenn gar nichts mehr geht, muss ein Experte für BAPI her. Die Diskussion darüber kann in einem BBS vertieft werden.
Kennen Sie sich aus? Grundsätzlich lassen sich mit der nötigen Geheimsprache auch einfach zu begreifende Prozesse ziemlich verdunkeln, was mit ein Grund ist, warum es die IT-Branche nicht einfach hat, mit dem Rest der Wirtschaftswelt zu kommunizieren. Aber zum Glück gibt es für die IT-Quacksprache auch schon dickbändige und natürlich sündteure Anwendungswörterbücher, in die sich leider der IT grundsätzlich positiv gegenüberstehende Firmenchefs aber erst mühsam vertiefen müssen. Könnte es sein, dass sich Dinge auch einfacher ausdrücken lassen? Und könnte es sein, dass Unternehmensbosse dann schneller den Sinn und Zweck von IT-Investitionen begreifen, nach denen die Branche so dürstet?
C. G. in Monitor 4/2004 (gekürzt SKD)

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