Rechtschreibreform in der SackgasseNeue Dokumente und Kommentare
Von Theodor Ickler, sachkundigem Kenner und Kritiker der verunglückten Rechtschreibreform, liegt das neuste Buch vor. Es ist im Leibniz Verlag erschienen, ISBN 3-931155-22-6, CHF 31.90Wir bringen nebst dem Inhaltsverzeichnis einen kurzen Auszug.
INHALT
Vorwort 7
Einleitung 9
"Ungeheuer demokratisch" 9
Die Rechtschreibreform zwischen Durchsetzung und Geheimhaltung 9
Die Folgen der Rechtschreibreform in Texten deutscher Sprache 24
Fünf Jahre Rechtschreibreform - kein Grund zum Jubeln 61
Gegenstimmen 70
Anstöße aus der Schweiz 82
Aufruf internationaler Schriftsteller 89
Der offene Brief der Akademien 94
Zum vierten Bericht der Rechtschreibkommission 100
Die Beschlußvorlage für die Amtschefskommission 100
Kommentar 108
Der vierte Bericht 115
Kommentar 117
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Rechtschreibreform 155
Exkurs: Das Goethe-Institut und die Rechtschreibreform 232
Reaktionen 241
Die Petition der Juristen 264
Offenes Ende 273
"Ungeheuer demokratisch"
Die Rechtschreibreform zwischen Durchsetzung und Geheimhaltung
Wer die Schriftsprache durch staatlichen Erlaß verändern will, steht
vor einem Dilemma: Einerseits muß die betroffene Bevölkerung irgendwann
erfahren, wie sie künftig schreiben soll. Andererseits darf sie es nicht
zu früh erfahren, damit sie sich nicht gegen die Veränderung wehren
kann. Denn die Geschichte früherer Reformversuche zeigt, daß man schon
sehr gute Gründe haben muß, um das Gewohnte und alles in allem auch
Bewährte mit Aussicht auf breite Zustimmung verändern zu können.
Solche guten Gründe sind gegen die bisher übliche deutsche Orthographie
nicht vorgebracht worden. Viele Beobachter halten die Reformvorschläge daher
für unausgegorene Einfälle einer Handvoll Deutschdidaktiker und Gesellschaftsverä.nderer1,
die sich nach zehnjährigen Vorbereitungen "den staatlichen Auftrag
holten" (wie sie selbst berichten).'
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I Das kulturrevolutionäre und volkspädagogische Moment ist heute stark
in den Hintergrund getreten, sollte aber nicht vergessen werden; Nachweise in
meinem "Kritischen Kommentar zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung" (2.
Aufl. Erlangen/Jena 1999). Auch Hubert Spiegel erinnerte in einem Leitartikel
der FAZ vom 30.1.2004 noch einmal daran.
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