Das heutige Deutsch
Im vielsprachigen Europa
und im Globalisierungskontext
Die derzeitige Entwicklung der deutschen Sprache ist mehr als bisher in
der neueren Geschichte von Faktoren bestimmt, die von außen in die
Sprachgemeinschaft hinein wirken oder auch von Deutschsprachigen aktiv in
den eigenen Sprachgebrauch aufgenommen werden. Kontakte zu anderen
Sprachen haben für größere Teile der Bevölkerung zugenommen.
Hinzu kommen durch Massenmedien und Internet vermittelte sprachliche Einflüsse einer
'globalen' Kommunikation. Sprachliche Neuerungen sind besonders im
Bereich des Wortschatzes zu beobachten. Das soll mit anhand neuer
Entlehnungen aus dem (amerikanischen) Englisch und anderer Neuwörter
illustriert werden. Die Einstellungen der Deutschen zum aktuellen
Sprachwandel variieren zwischen ängstlicher oder aggressiver Abwehr
jeglicher Veränderung und eilfertiger Übernahme von Neologismen,
besonders von Anglizismen, in den eigenen Sprachgebrauch.
Zum derzeitigen Sprachwandel gehört auch ein partieller Domänenverlust
des Deutschen wie auch anderer europäischer Sprachen, der sich u.a. im
Bereich der Wissenschaftskommunikation und in der internationalen Politik
und Wirtschaft abzeichnet. Dem versuchen mehrere sprachpolitische
Initiativen zur aktiven Beeinflussung der Sprachentwicklung entgegenzuwirken, u.a. durch Förderung der Mehrsprachigkeit in Deutschland und anderen europäischen Staaten. [ ... ]
Universität Ulm Voranzeige für Dienstag, den 27. September 2005
Prof. Dr. Gerhard Stickel, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
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