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VEREINSLEBEN

Die Wortwahl

Peter Zbinden, Sie sind Präsident des Sprachkreises Deutsch. Was ist das Anliegen Ihres Vereins?

Wir fördern den sorgfältigen Gebrauch von Standarddeutsch und Mundart.

Im Management, im Internet und in Hörsälen hört man fast nur noch das Zeitgeistgeschwafel Denglisch...

Ein grosses Problem! Viele Doktorarbeiten werden in - oft schlechtem - Englisch verfasst, weil Akademiker denken, sie müssten auf englisch publizieren, um Erfolg zuhaben. Das Volk glaubt, nur mit Englisch zukunftsfähig zu sein. Wie gut ist es aber bei Schulabgängern? Wir sollten erst einmal besseres Deutsch lernen und unsere Landessprachen nutzen!

Aber ist das Englische nicht oft subtiler und dabei knackiger? Etwas “abchecken”  bedeutet eben mehr als bloss das schnöde deutsche etwas “abklären”.

Die Jugend benutzt Sprache, um sich abzugrenzen, das ist völlig in Ordnung. Ein Problem habe ich, wenn wir Wörter falsch übersetzen oder einfach übernehmen, ohne uns die Mühe zu geben, nach dem entsprechenden deutschen Wort zu suchen. Viele sagen: Die Computersprache ist Englisch. Tatsächlich wurde der Rechner aber in Deutschland entwickelt, nach Amerikaexportiert, und zurückkam der übersetzte Begriff “Computer”. Dabei haben wir ein eigenes Wort dafür.

Okay.

Auch so ein Anglizismus. Auf deutsch: “in Ordnung” oder:  “stimmt”.

Wie erklären Sie sich die Anfälligkeit der deutschen Sprache für Anglizismen?

Das ist eine Mentalitätsfrage. Ich denke, wir Deutschschweizer übernehmen schnell Neues von anderen Sprachen, und das fast in vorauseilendem Gehorsam. Anders die Welschen, sie haben ein viel grösseres Sprachbewusstsein. Hinzu kommt unsere Faszination für den “American Way of Life”.

Was unternimmt Ihr Verein?

Auf unserer Website [im Internet, an unserem Netzstandort] betreiben wir einen Anglizismenindex, wir richten uns mit einem Forum an Sprachinteressierte, und wir unterstützen Mundartpublikationen mit kleinen Finanzspritzen.

www.sprachkreis-deutsch.ch

Mikael Krogerus
10/2007  NZZFOLIO

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7. August 2007

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