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Orientierung im Rechtschreibchaos

Seit 1996 wird an der deutschen Rechtschreibung herumkuriert, ohne daß man damit zu einer Verbesserung gelangt wäre. Die Einheitlichkeit der Orthographie wurde zerstört, das Sprachgefühl der Menschen beschädigt, dem Zustand allgemeiner Verwirrung Vorschub geleistet. Hausorthographien sprießen wie Pilze nach einem Sommerregen, und im August 2007 haben die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen ihre Schreibweisen abermals umgestellt – sicher nicht zum letzten Mal. Nun ist der Schaden da, aber noch ist völlig unklar, wie sich ein Ende dieses Zustandes anbahnen könnte. Denn in den Medien ist die Rechtschreibreform derzeit nicht präsent. Bleibt also die Frage, wie sich das entstandene Desaster aus der Welt schaffen läßt.

In dieser Hinsicht geht es in der Schweiz weitaus zielstrebiger als in Deutschland zu. Dort gibt es einen „Sprachkreis Deutsch“, der mit hervorragenden und argumentativ praktisch unschlagbaren Meldungen hervorgetreten ist, sowie die „Schweizer Orthographische Konferenz“, deren handfeste Empfehlungsarbeit längst auf die Nachrichtenagenturen und viele Verlage in der Schweiz durchgeschlagen hat.

[www.sok.ch bringt zum Runterladen Empfehlungen und Wörterlisten für sprachrichtige und einheitliche Rechtschreibung — der SKD unterstützt aktiv diese Bestrebungen der SOK - Anmerkung skd]

Auch anderswo arbeiten viele mit großem Einsatz am Rückbau der Reform. Niemand, auch keine Zeitung, ist auf die neuen Regeln verpflichtet, und immer mehr haben längst die Nase voll davon. Wer das Possenspiel einfach nicht mitmacht, entzieht den Betreibern dieses Unfugs die Regelungsgewalt und trägt zur raschen Erledigung dieses Kapitels deutscher Durchsetzungspolitik bei.

Unter www.sprachforschung.org kann sich jeder, ob Befürworter oder Kritiker der Rechtschreibreform, aus seriöser Quelle über den aktuellen Stand informieren. Die Herausbildung und Festigung einer sprachrichtigen, beruhigten und konsensfähigen deutschen Orthographie wird noch viel Zeit beanspruchen, sie wird aber sicher nicht durch staatliche oder privatwirtschaftliche Institutionen verordnet werden, sondern sich im Miteinander der Sprachbenutzer entwickeln. Die Diskussionen geben Einblick in die noch zu lösenden Fragen und zeigen die momentan vorhandenen Entwicklungsperspektiven. Der tätige Besuch dieser Seiten kann helfen, das herrschende Rechtschreibchaos zu überwinden: www.sprachforschung.org

http://www.manufactum.de/Kategorie/-269/ManufactumHausnachrichten.html
17. April 2008 , Manufactum Hausnachrichten Sommer 2008

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